Kanzlei Meinrenken
Fachanwalt für Versicherungsrecht und Fachanwalt für Verkehrsrecht

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Bei Brandschäden und bei Wasserschäden sind grundsätzlich zwei Konstellationen zu unterscheiden: zum einen die Durchsetzung der Regulierung gegen die eigene Versicherung, zum anderen einfach die Frage, wer den Schaden zu beseitigen hat.

Bei der Durchsetzung der Ansprüche gegen den eigenen Versicherer bei einem Brandschaden oder Wasserschaden in oder an einem Gebäude ist es ratsam, möglichst früh anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der Versicherer wird meistens einen sogenannten "Schadenregulierer" beauftragen, der oft als externer Gutachter auftritt und dabei oft suggeriert, im Interesse des Geschädigten zu handeln. Dabei darf man sich nicht täuschen lassen, dass dieser, meist auch psychiologisch geschulte "Gutachter", nur im Lager der Versicherung steht und für diese das optimale Ergebnis erreichen will.

Im zweiten Fall stellt sich immer die Frage, welche Versicherung genau für den Schaden aufkommen soll - und warum die eigene Versicherung für die Schädigung durch einen Anderen eintreten soll.

Das liegt oft daran, dass ein Mehrpersonenverhältnis vorliegt:

so zum Beispiel das Verhältnis von Vermieter zu Mieter, Mieter zu Wohngebäudeversicherung und Mieter zu Hausratversicherung und meistens auch eines zwischen Mieter und Schädiger (zum Beispiel ein anderer Mieter). In solchen Fällen gilt es genau zu prüfen, wer welche Ansprüche gegen wen geltend machen kann.

Nicht unüblich ist es dann, dass die schwächste Person, hier meistens der geschädigte Mieter, von einem Beteiligten zum Nächsten verwiesen wird, ohne dass er seinen Schaden reguliert bekommt. Hier ist zu beachten, dass der scheinbar Schwächste in der Reihe, der geschädigte Mieter, meistens doch die stärkste Position inne hat, da er sich aussuchen kann, von wem er seinen Schaden ersetzt bekommen möchte.

Sowohl bei Brandschäden als auch bei Wasserschäden stellt sich immer die Frage, wie genau der Schaden beseitigt wird. Dazu ist es sinnvoll, dass man sich frühzeitig mit einem Schadensregulierer vor Ort trifft, um den gesamten Umfang des Schadens einmal tatsächlich in Augenschein zu nehmen. Wesentlich dabei ist auch, dass man sich bei solchen Gesprächen nicht auf etwaige Regulierungsversprechen des von der Versicherung beauftragten Schadenregulierers verlässt, sondern selbstständig seine Rechte wahrnimmt und seine Ansprüche durchsetzt.

Immer wieder kommt die Frage auf, in welcher Weise die Versicherung den Schaden regulieren muss:
Muss die Versicherung den Neuwert ersetzen, oder darf sie auf den Zeitwert verweisen oder auf den (für die Versicherung günstigeren) Wiederbeschaffungswert abstellen? Und warum muss die Versicherung nicht auch die Mehrwertsteuer ersetzen? Und, was ist mit den Zinsen?

Gelegentlich, und dies ist leider auch nicht unüblich, werden hier die Schadensbegriffe wie Wiederbeschaffungswert, Neuwert und Zeitwert durcheinandergeworfen, um gerade dem geschädigten Versicherungsnehmer nur einen möglichst geringen Anteil seines Schadens ersetzen zu müssen.