Kanzlei Meinrenken
Fachanwalt für Versicherungsrecht und Fachanwalt für Verkehrsrecht

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Die Ermittlung der Höhe des Verdienstausfalles aufgrund eines Unfalls eines selbständig Tätigen bereitet in der Praxis erhebliche Schwierigkeiten.

Dem Grundsatz, dass der Wegfall oder die Beeinträchtigung der Arbeitskraft als solche kein ersatzfähiger Schaden darstellt, kommt beim Selbständigen besondere Bedeutung zu. Denn gerade bei ihm bestimmt sich der Wert seiner Tätigkeit nicht nach der Dauer und Intensität des Arbeitseinsatzes, sondern nach dem dadurch erzielten wirtschaftlichen Erfolg.

Das für die Praxis wichtigste und in der Regel auch zweckmäßigste Verfahren besteht darin, den wahrscheinlich unfallbedingten entgangenen Gewinn zu schätzen. Auszugehen ist dabei von dem Gewinn, den der Selbstständige in den letzten drei Jahren vor dem Unfall erzielt hat. Unter Berücksichtigung der besonderen Umstände des Einzelfalles ist dann zu prüfen, ob sich dieser ermittelte Gewinn während der Ausfallzeit ohne den Unfall fortgesetzt, erhöht oder vermindert hat.

Für die Berechnung des unfallbedingt entgangenen Gewinnes bestehen verschiedene Möglichkeiten, die jeweils differenziert auf den Einzelfall anzuwenden sind.

Immer wieder eingewandt wird dann von Seiten des Schädigers, und insbesondere natürlich von der hinter dem Schädiger stehenden Haftpflichtversicherung, dass im Wege des Vorteilsausgleiches ersparte berufsbedingte Mehraufwendungen entgegenzuhalten dem Geschädigten sind. In der Rechtsprechungspraxis hat sich eine im Rahmen des Ermessens bei der Schätzung durch das Gericht legitime Pauschalierung der berufsbedingten Abzüge in Höhe von 10 % des Nettoeinkommens durchgesetzt.

jedoch ist immer und gerade konkret auf den Einzelfall abzustellen, so das hier von einer pauschalierten Aussage hinsichtlich der Berechnung des Verdienstausfalles bei selbstständigen Abstand genommen werden muss. Gerade in letzter Zeit haben es Gerichte auch zugelassen, dass der Verdienstausfall des Selbständigen abstrakt ermittelt und dann geschätzt wird. Dies stellt eine erhebliche Vereinfachung für den Geschädigten dar.