Kanzlei Meinrenken
Fachanwalt für Versicherungsrecht und Fachanwalt für Verkehrsrecht

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Die Höhe des zuzubilligenden Schmerzensgeldes hängt entscheidend vom Maß der körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen des Geschädigten ab.

Die Schwere dieser Belastungen wird vor allem durch die Stärke, Heftigkeit und Dauer der erlittenen Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigungen bestimmt.

Besonderes Gewicht kommt etwaigen Dauerfolgen der Verletzungen zu.

Schmerzensgeld wird auch nicht, wie der Name denken lassen könnte, für erlittenen Schmerzen gezahlt, sondern hat zwei Funktionen: zum einen die Ausgleichsfunktion, zum anderen eine Genugtuungsfunktion.

Typischer Weise sind die meisten Schmerzensgeldansprüche auf die Ausgleichsfunktion gerichtet. Hier ist immer der Einzelfall zu berücksichtigen, und pauschale Vergleiche sind nicht zulässig. Grundsätzlich werden Einzelansprüche mit dem Vergleich zuvor ergangener Entscheidungen ermittelt. Dabei sind drei Punkte zu berücksichtigen:

  • erstens ist seit ungefähr 2013 die Rechtsprechung bei der Bemessung von Schmerzensgeldansprüchen großzügiger im Sinne der Geschädigten;
  • zweiten sind die Werte, die in den Entscheidungen ausgesprochen werden, immer und dem gesichtspunkt der Inflation / Preisstigerung zu ermitteln (Bsp.: ein Urteil zu Oberschenkelfraktur im Jahre 2002 spricht dem geschädigten 30.000 EUR zu; dies wären 2018 ungefähr 36.907 EUR);
  • drittens scheuen die Versicherungen Urteile wie der Teufel das Weihwasser, da dadurch eben gerade für die Geschädigten Werte manifestiert werden, an denen sie sich orientieren können.

Die Versicherungen haben daher ein Interesse daran, den Schadenfall möglichst schnell und geräuschlos zu beseitigen. Aus diesem Grunde erreichen die Geschädigten immer sehr schnell "Kulanzangebote" zur Regulierung, bei der die Versicherung erklärt, dass er bereit sei,

"im Interesse einer abschließenden Schadenabwicklung ohne weitere Prüfung einen Entschädigungsbetrag zur Verfügung zu stellen".

In dem Abfindungsangebot findet sich dann meist eine Regelung wie folgt:

"Damit sind sämtliche Ansprüche endgültig und vollständig abgegolten, und zwar unabhängig davon, ob sie schon entstanden sind oder noch entstehen werden, ob sie vorhersehbar sind und ob alle Folgeschäden in die Vorstellung der beiteiligten einbezogen sind."

Spätestens jetzt sollten Sie einen Anwalt einschalten!